Mehr Gesundheit fürs Geld: Die Feinheiten der Vertragsgestaltung im Gesundheitswesen gemeinsam meistern

25. März 2026

Mehr Gesundheit fürs Geld: Die Feinheiten der Vertragsgestaltung im Gesundheitswesen gemeinsam meistern

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Joint Learning Network veröffentlicht.

Von: MS Huda, Jacob Hughes, Barry Kistnasamy, Tushar Mokashi, Rufus Saye, Sara Wilhelmsen  

Angesichts der Kürzungen der Gebermittel und der schwierigen wirtschaftlichen Lage befinden sich viele Länder in einer herausfordernden Situation hinsichtlich der Finanzierung ihrer Gesundheitssysteme. Die Mobilisierung zusätzlicher inländischer Mittel für das Gesundheitswesen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (LMICs) wird durch einen hohen Anteil informeller Wirtschaft, eine schmale Steuerbasis, die die Einnahmenerhebung erschwert, steigende Verschuldung und begrenzten fiskalischen Spielraum erschwert. Fast alle LMICs entwickeln Strategien, um die durch die Kürzungen der Gesundheitsmittel entstandenen Finanzierungslücken zu schließen. Strategische Beschaffungsansätze, wie beispielsweise staatlich geführte Verträge mit dem privaten Sektor, können dabei eine wichtige Rolle spielen, indem sie Herausforderungen abfedern und sowohl die Gesundheitsversorgung als auch die Finanzierung in LMICs verbessern. Verträge mit dem privaten Sektor bergen das Potenzial, das Gesundheitssystem effizienter zu gestalten, indem sie ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten (höhere Versorgungsqualität zu niedrigeren oder effizienteren Kosten) und somit mehr Gesundheitsversorgung für das vorhandene Geld ermöglichen. 

Angesichts der sich rasch wandelnden Gesundheitslandschaft haben sich drei Mitglieder des Joint Learning Network (JLN) – Bangladesch, Liberia und Südafrika – zusammengeschlossen, um ihre Vertragsgestaltung im Gesundheitswesen zu optimieren. Obwohl jedes Land in einem anderen politischen und wirtschaftlichen Umfeld agiert, verfolgen sie ein gemeinsames Ziel: die Institutionalisierung und Verbesserung von Vertragsmechanismen als Weg zu einer effektiveren Gesundheitsversorgung. Um dies zu erreichen, haben die Länder ein einjähriges Lernlabor zur Umsetzung von Vertragsgestaltungsmechanismen (September 2025 – August 2026) ins Leben gerufen. Das Labor wurde von Management Sciences for Health (MSH) gemeinsam mit den drei Ländern als dynamische, länderspezifische Plattform konzipiert, um praxisorientiertes, länderübergreifendes Lernen zu fördern. Es wird vom Joint Learning Fund durch einen kleinen Anschubzuschuss unterstützt.

Obwohl jedes Land einen eigenen Schwerpunkt setzt, ermöglicht es ihnen einen intensiveren technischen Austausch und gegenseitige Beratung, indem sie ein gemeinsames Verständnis der Herausforderungen und Fortschritte der anderen Länder nutzen. Bangladesch will neue Gesetze einsetzen und nach einem erfolgreichen Pilotprojekt die Auftragsvergabe einführen. Liberia arbeitet an der Überarbeitung seines nationalen Strategieplans zur Einbindung des Privatsektors, um die Vergabe von Gesundheitsdienstleistungen an inländische Unternehmen zu integrieren. Südafrika treibt derweil Pläne zur Einrichtung einer öffentlichen Einrichtung voran, die die Auftragsvergabe für medizinische Untersuchungen und Entschädigungsleistungen im Zusammenhang mit berufsbedingten Lungenerkrankungen bei Bergleuten überwachen soll. Zusammen bieten diese Bemühungen vielfältige Möglichkeiten für gemeinsames Lernen und die Lösung von Problemen in Echtzeit in unterschiedlichen Kontexten. 

Das Labor wird drei interaktive virtuelle Lernsitzungen mit den Länderteams sowie einen Präsenz-Lerngipfel in Südafrika veranstalten. Diese Maßnahmen schaffen einen strukturierten und dennoch flexiblen Rahmen, um über folgende Themen zu reflektieren und so das Ziel einer besseren Gesundheitsversorgung mit den vorhandenen Mitteln zu erreichen und die technische Auseinandersetzung zu vertiefen. 

Zu den praktischen Schritten gehören die Herstellung von Formulierungen, bevor man zu Wirkstoffen übergeht, die Priorisierung von essentiellen Arzneimitteln entsprechend der nationalen Krankheitslast und die Nutzung öffentlicher Beschaffung, um eine vorhersehbare Nachfrage zu schaffen.

Jede Sitzung wird in enger Abstimmung mit Vertretern der Gesundheitsministerien der teilnehmenden Länder gestaltet, um sicherzustellen, dass die Diskussionen sich an aktuellen Herausforderungen, neuen Prioritäten und praktischen Reformmöglichkeiten orientieren. Dieser kollaborative Ansatz gewährleistet, dass die Lernergebnisse praxisnah, relevant und sofort anwendbar sind. Der Präsenzgipfel in Südafrika markiert einen wichtigen Meilenstein: Er bündelt die Erkenntnisse aus den virtuellen Sitzungen, hebt die Fortschritte der einzelnen Länder hervor und setzt die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete Verpflichtungen um. Am Ende des Programms werden die Länder nicht nur ihr technisches Verständnis vertiefen, sondern auch die Umsetzung ihrer Pläne vorantreiben und die gemeinsame Dynamik hin zu nachhaltigen, kontextspezifischen Vertragspraktiken stärken. 

Das Labor bietet im Kern eine einzigartige Gelegenheit, über die Theorie hinauszugehen und praxisorientiertes Lernen zu betreiben, insbesondere angesichts der sich wandelnden Gesundheitsfinanzierung. Indem sie Vertragsgestaltung als strategischen Beschaffungsansatz nutzen, arbeiten die Länder gemeinsam daran, mit den verfügbaren Ressourcen bessere Gesundheitsergebnisse zu erzielen – und zwar durch einen gemeinsamen Lern- und Handlungsprozess. 

Über die Autoren:

Die Autoren danken Dr. Rahul Kadarpeta , JLN und Dan Schwarz , MSH für die redaktionelle Überprüfung.


Bangladesch, Liberia und Südafrika waren zuvor Mitglieder der JLN-Kooperation zur Auftragsvergabe an Organisationen im Gesundheitswesen, die im November 2025 endete. Im Mittelpunkt stand der Wissensaustausch zu Theorie und Praxis der Auftragsvergabe. Das von der JLF unterstützte Labor gewährleistete kontinuierliches Lernen durch die Umsetzung von Wissen in die Praxis.

Dieser Blog ist auch auf der Webseite des Joint Learning Network verfügbar.