Personenzentrierte Gruppenvorsorge in Ost-Uganda: Frauen durch Schwangerschaftsclubs erreichen

20. Juni 2017

Personenzentrierte Gruppenvorsorge in Ost-Uganda: Frauen durch Schwangerschaftsclubs erreichen

Die Verbesserung der Betreuungsqualität von Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und der Wochenbettzeit ist zu einer wichtigen globalen Priorität geworden. Um eine qualitativ hochwertige Versorgung zu erreichen, sind nicht nur klinische Verbesserungen erforderlich, sondern auch ein personenzentrierter Ansatz, der die Bedürfnisse und Perspektiven von Frauen und Gesundheitspersonal berücksichtigt.

Im Jahr 2016 aktualisierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Richtlinien für die pränatale Versorgung und forderte eine positive Schwangerschaftserfahrung durch ganzheitliche, personenzentrierte pränatale Dienstleistungen, die schwangeren Frauen zusätzlich zu den standardmäßigen klinischen Untersuchungen auch emotionale Unterstützung und Beratung bieten.

Die Schwangerenvorsorge in Gruppen, die vor einigen Jahrzehnten ursprünglich in den USA entwickelt wurde, ist ein vielversprechendes Modell, das auf die Gesundheits- und Informationsbedenken von Frauen während der Schwangerschaft eingeht. Unterstützt von einem Gesundheitsdienstleister, in der Regel einer Krankenschwester oder Hebamme, bietet die Schwangerenvorsorge ein Forum für schwangere Frauen, um mehr über ihre Schwangerschaften zu erfahren, ihre Erfahrungen auszutauschen, wichtige Gesundheits- und Selbstversorgungsinformationen zu erhalten und sich gegenseitig soziale und emotionale Unterstützung zu bieten innerhalb der Gruppe. Gesundheitsdienstleister treffen sich nach den Gruppensitzungen individuell mit den Gruppenteilnehmern zur routinemäßigen körperlichen und klinischen Versorgung und um vertrauliche Fragen zu besprechen. Die Gruppen-Schwangerschaftsbetreuung kann auch Gesundheitsdienstleistern durch eine höhere Arbeitszufriedenheit zugute kommen, ohne den Zeitaufwand wesentlich zu erhöhen.

MSH untersucht die Machbarkeit und Akzeptanz einer personenzentrierten Gruppen-Schwangerenvorsorge in Ostuganda. In Zusammenarbeit mit Scope, einem Sozialunternehmen, das sich auf nutzerzentrierte, innovative Lösungen für Gesundheitsprobleme in ressourcenarmen Gebieten spezialisiert hat, entwickelten wir gemeinsam mit Frauen und Gesundheitspersonal ein Schwangerschaftsclub-Modell, um sicherzustellen, dass es deren Bedürfnissen und Erwartungen entspricht. Scope testete anschließend einen Prototyp des Schwangerschaftsclubs mit Frauen und Gesundheitspersonal und optimierte das Modell anhand ihres Feedbacks.

Inzwischen führen Gesundheitsdienstleister in sechs Gesundheitseinrichtungen Schwangerschaftsclubs. Die Mitglieder des Schwangerschaftsclubs beginnen und beenden jede Sitzung mit einem Ritual, bei dem eine einfache, runde Matte aus lokalem Stoff geöffnet und geschlossen wird. Die Frauen versammeln sich um die Matte und rollen Schriftrollen mit Bildkarten zu Themen der Gesundheitsdiskussion aus, obwohl die Teilnehmerinnen auch andere Diskussionsthemen einbringen können. Frauen reichen einen Ball herum, damit alle zu Wort kommen.

Vorläufige Ergebnisse unserer qualitativen Forschung zeigen, dass schwangere Frauen, Hebammen und Beamte des Bezirks- und des nationalen Gesundheitsministeriums die Vorteile der Gruppensitzungen wirklich schätzen. Viele der Frauen berichteten von dauerhaften Freundschaften zu anderen Frauen und einer vertrauensvolleren Bindung zur Hebamme, die – wie sie hofften – ihre Geburt begleiten würde. Ebenso beschrieben die teilnehmenden Krankenschwestern und Hebammen stärkere Beziehungen zu den Frauen. Und die Mitglieder des Kreisgesundheitsmanagementteams sahen in den Gruppensitzungen eine wichtige Verbesserung der Qualität der Schwangerschaftsvorsorge.